Computer langsam, hängt, Abstürze - was tun ?

Aus eForum Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Viele Rechner werden mit der Zeit immer langsamer. Dabei ist nicht immer der Prozessor daran schuld, der mit den hohen Ansprüchen der neuzeitlichen Programmen nicht mehr mithalten kann.

Anbei eine Auflistung, was man alles prüfen kann.

Freien Speicherplatz kontrollieren

Manchmal ist einfach nur die Festplatte voll. Es sollte mindestens 1 GByte an Speicherplatz frei sein.
Einfach mal prüfen mit:
Rechtsklick auf c:\ > Eigenschaften > Allgemein

Temporäre Daten löschen

Hauptsächlich Browser und Co. füllen die Festplatte mit tausenden von kleinen Dateien. Diese kann man alle bedenkenlos löschen lassen.

Ccleaner screen.gif

Systemscan nach Malware

Angefangen von der installierten Toolbar bis zum bösartigen Trojaner. Das fällt alles unter das Thema Malware und danach sollte zwischendurch immer mal wieder gescannt werden.

Malwarebytes screen.jpg

Dateisystem auf Fehler prüfen

Bei defekten Dateien auf der Festplatte kann es passieren, dass bei einem Dateizugriff Windows für mehrere Sekunden hängt. Eine Fehlerprüfung schafft hier Abhilfe.
Dabei vor dem Starten auch die beiden Optionen "Dateisystemfehler automatisch korrigieren" und "Fehlerhafte Sektoren suchen / wiederherstellen" anhaken.

Fehlerpruefung.gif

Festplatte auf Fehler prüfen

Den Zustand der Festplatte kann man durch das Auslesen der SMART-Werte feststellen.
SMART ist ein System zur Selbstüberwachung und in allen modernen Festplatten Standard.

Folgende Rohwerte sollten möglichst auf 0 stehen:

  • 05 Wiederzugewiesene Sektoren
  • C5 Aktuell schwebende Sektoren
  • C6 Unkorrigierbare Sektoren


Aus eigener Erfahrung machte Windows oft Probleme bei dem Vorhandensein von schwebenden Sektoren. Die betroffenen Dateien konnten sogar mit dem Programm Defraggler (s.o.) als Fehler sichtbar gemacht werden. Meist waren oft beschriebene Dateien wie die Auslagerungsdatei betroffen.

Mit der Freeware CrystalDiskInfo können die Werte komfortabel dargestellt werden. Zusätzlich erhält man noch ein paar Tools und eine Bewertung des Zustandes der Festplatte.


CrystalDiskInfo.gif

Hängende Tasks finden

mit dem Windows Taskmanager

Den Taskmanager über (Strg + Alt + Entf) aufrufen, Prozesse anklicken und nach CPU sortieren.
Dann noch die Option Prozesse aller Benutzer anzeigen anhaken

Ist dort ein Wert dauerhaft außer dem Leerlaufprozess sehr hoch ?

Taskmanager.gif

mit dem externen Tool WhatIsHang

Sehr hilfreich ist auch das kostenlose Programm WhatIsHang, welches ohne Installation lauffähig ist.

Nach dem Start werden alle hängenden Prozesse in Echtzeit aufgelistet.
Über Taste F9 erhält man nach der Selektion des entsprechenden Prozesses weitere Informationen.

In meinem Fall hängt Photoshop, sobald der Twain-Treiber vom Scanner geladen wird für mehrere Sekunden:

Whatishang.gif

Speicherverbrauch prüfen

Den Taskmanager über (Strg + Alt + Entf) aufrufen und Leistung anklicken.

Ist noch genügend Arbeitsspeicher frei ?
Sobald der Arbeitsspeicher nicht mehr ausreicht lagert Windows den Speicher auf die Festplatte aus. Dadurch wird das System sehr langsam. Hier hilft nur die speicherhungrigen Programme zu beenden oder der Arbeitsspeicher aufzurüsten.

Taskman2.gif

Arbeitsspeicher auf Fehler prüfen

Manchmal ist der Arbeitsspeicher defekt. Dabei muß dieser Defekt nicht immer bestehen, sondern kann auch nur bei bestimmten Betriebstemperaturen auftreten. Windows hat zwar ein eigenes Tool zum Speichertest, was jedoch nicht besonders übersichtlich ist.
Wir empfehlen den Memtest86+, welcher unabhängig vom Betriebssystem von einem eigenen Medium gebootet wird und als Dauertest ausgelegt ist. Man sollte diesen Test mindestens 4 Stunden laufen lassen, am besten über Nacht.

Memtest86.gif

Festplatte defragmentieren

Die Festplatte wird von Windows über die Aufgabenplanung normalerweise von selbst defragmentiert. Manchmal muß man diese jedoch manuell starten.
Alternativ zur Windows-Funktion gibt es auch ein schönes kostenloses Tool mit grafischer Oberfläche:

Defraggler screen.gif

Temperaturen prüfen

Auch der PC benötigt ab und zu eine Enstaubung. Bei hohen Temperaturen wird der Prozessor bis zum Stillstand heruntergetaktet, um ihn nicht den Hitzetod sterben zu lassen. Wie hoch die Temperaturen sind, lässt sich z.B. mit Speccy abchecken:

Bei einem Verdacht auf ein Temperaturproblem kann man mit einem Stresstest, z.B. Prime95 versuchen den Fehler zu provozieren. Dabei aber unbedingt die Temperaturen im Auge behalten und vor der Maximaltemperatur (s. Tabelle) den Test abbrechen.

Anders herum kann man den Computer aufschrauben und versuchen mit einem davorgestellten Ventilator zusätzlich zu kühlen. Bei einem Temperaturproblem sollte der Fehler dann überhaupt nicht oder erst viel später auftauchen.

Optimal im Leerlauf noch vertretbar bis ... Optimal bei Belastung noch vertretbar bis ... Maximum
CPU 40° 50° 50° 70° 80°
CPU-Kern 40° 50° 50° 80° 90°
Mainboard 30° 50° 40° 60° 70°
Grafikkarte 35° 55° 60° 90° 100°
Festplatte 30° 40° 30° 45° 50°

Speccy screen.gif

Energieeinstellungen prüfen

Manchmal ist die Ursache in überoptimierten Einstellungen in den Energiesparoptionen zu finden.
So lässt sich z.B. die maximale Prozessorleistung drosseln, was natürlich etwas Energie spart, aber warum mit einer Ente fahren, wenn man einen Porsche hat :)

Systemsteuerung > Energieoptionen > Energiesparplaneinstellungen ändern > Erweiterte Energieeinstellungen ändern > Prozessorenergieverwaltung > Maximaler Leistungszustand des Prozessors

Energieoptionen Prozessor.gif

Ereignisanzeige nutzen

Ereignisanzeige direkt nutzen

Die Ereignisanzeige findet man unter Systemsteuerung > Verwaltung > Ereignisanzeige
oder durch Eingabe von eventvwr.msc in der Eingabeaufforderung
Kritische, Fehler- und Warnungsereignisse sind unter Administrative Ereignisse zusammengefasst.

Alle rot markierten Ereignisse sind Fehler und enthalten meist einen Hinweis auf das verursachende Programm.
Dabei ist es ganz normal, dass öfters mal Fehler auftauchen und der Rechner problemlos weiterläuft. Die Informationen helfen aber (meist zusammen mit der Uhrzeit) ein kritisches Programm ausfindig zu machen.

Ereignisanzeige.gif

Zuverlässigkeitsverlauf starten


Über Systemsteuerung > Warungscenter > (Wartung aufklappen) > Zuverlässigkeitsverlauf starten
lassen sich bei den aktuellen Windows-Versionen die Ereignisse auch grafisch darstellen

Zuverlaessigkeitsueberwachu.gif

Bluescreens (BSoDs) analysieren

Sobald ein Blue Screen of Death = blauer Bildschirm erscheint, wird bei richtiger Einstellung auch ein Eintrag ins Ereignisprotokoll geschrieben und eine kleiner Datei mit Debuginformationen nach c:\Windows\Minidump.

Systemsteuerung > System > erweiterte Systemeinstellungen > Erweitert > Starten und Wiederherstellen
- Haken bei Neustart entfernen
- Kleines Speicherabbild auswählen

Einstellungen fuer minidump.gif


Die Datei lässt sich z.B. mit dem Tool Bluescreenview einfach auswerten.


Bluescreenview.gif

Kontaktstellen kontrollieren

Eine häufige Ursache für Probleme sind Kontaktprobleme an Steckern und Steckerleisten. Oft ist ein Speichermodul nicht ganz eingerastet oder ein Stecker sitzt schief.
Durch verschiedene Temperaturausdehnungen der Komponenten tritt ein Fehler dann erst bei bestimmten Betriebstemperaturen auf.

Also hier auch mal kontrollieren, am besten alle Karten ausbauen, Stecker abziehen und dann wieder einbauen.

Treiber auf neuesten Stand bringen

Treiber machen ebenfalls oft Probleme. Dabei steht der Treiber für die Grafikkarte aufgrund seiner Komplexibilität auf Platz 1.
Man sollte daher immer auf der Herstellerseite nach den neuesten Updates suchen. Manchmal enthalten die neuesten Treiber jedoch mehr Fehler, als eine ältere Version.
Daher hilft in manchen Fällen auch ein Downgrade auf eine ältere Treiberversion.
Leider führt auch hier nur ein Ausprobieren zum Erfolg.

Eine komfortable Alternative zum Gerätemanager ist übrigens die Freeware DevManView von Nirsoft.
Diese kann übrigens auch schnell mal direkt aus der ZIP-Datei gestartet werden und muß nicht installiert werden.


Devviewgif.gif

BIOS Einstellungen kontrollieren

Ein Blick ins BIOS ist auch sehr hilfreich. Manchmal sind die Spannungen falsch eingestellt oder der Rechner ist übertaktet.
Am besten bei Problemen erst einmal die Grundeinstellungen laden und dann testen, ob der Fehler immer noch auftaucht
Ein BIOS Update kann auch Abhilfe schaffen, gerade wenn ein Mainboard neu auf dem Markt ist.

Netzteil Spannungen kontrollieren

Viele Rechner haben ein NoName-Netzteil verbaut. Diese sind oft zu schwach ausgelegt oder können die Spannungen über Last nicht stabil halten.
Erster Anhaltspunkt sind die angezeigten Spannungen im BIOS. Danach sollte man auch die Spannungen während des Betriebes kontrollieren.

Sehr hilfreich ist das Freeware Programm CPUID HWMonitor, welches auch die Min- und Max-Werte ausgibt.


Hier ein Screenprint eines etwas älteren Rechners als Beispiel.
Man sieht nebenbei, dass man nicht allen Werten blind vertrauen darf (+12V, CPUTIN, AUXTIN, ...)

CPUID.gif

Viele Programme zeigen gerade bei 12 Volt falsche Werte an, da der Faktor und Offset für die Umrechnung je nach Mainboard verschieden ist und oft auch falsche Register ausgelesen werden.
Daher immer erst einmal mit den Werten aus dem BIOS vergleichen oder noch besser den Computer aufschrauben und die Spannungen mit einem Messgerät direkt an den Stromversorgungssteckern messen.

ProcessMonitor für Profis

Der ProcessMonitor hieß früher Filemonitor und wurde von Sysinternals entwickelt. Im Jahre 2006 wurde dann Sysinternals von Microsoft übernommen.
Das kleine Tool zeigt Aktivitäten von Programmen in Echtzeit an. Damit lassen sich Programme aufspüren, die sehr oft auf das Dateisystem zugreifen und der Rechner dadurch sehr langsam wird.
ProcessMonitor Download

Einstellungen für Dateizugriffe auf C:\

  • File > Capture Events
  • Edit > Auto Scroll
  • Options > Always on Top
  • Filter > Filter

Procmon filter.gif

Screenprint Process Monitor
Procmon screenprint.gif